Pinturas

Wenn die verschlissenen Pflastersteine Geschichten erzählen könnten, würden sie von der zeugungskräftigen Historie Havannas sprechen, von den Fußspuren der Vergangenheit bis zu den gegenwärtigen Momenten des alltäglichen Lebens, die sich hier, in einer belebten Seitengasse, entfalten. Vor mir, eingerahmt von verblassten Wänden und der antiken Architektur, offenbart sich eine Szenerie, die beinahe zu malerisch ist, um echt zu sein. Der Anblick der aufgereihten Gemälde – "Pinturas" wie sie die Einheimischen nennen – ist eine bunte Hommage an den kubanischen Esprit. Hier, wo die Kunst die Stadt umarmt, begebe ich mich auf eine visuelle Reise.

Ich sehe förmlich, wie die Leinwände mit karibischen Strandszenen zum Leben erweckt werden und dem hektischen Treiben Havannas eine beruhigende Kulisse bieten. Jedes Gemälde hat seinen eigenen Charme, die Farben leuchten im milden Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch das Gassengewirr bahnt. Im Zentrum der Komposition verweilt ein Paar, im Tausch mit Worten vertieft, und drum herum ein Schwarm von Passanten, jeder in seiner eigenen Welt und doch Teil dieses pulsierenden Kunst-Open-Airs. Mit einer natürlichen Eleganz fängt die Kamera einen jungen Mann ein, der einen Moment inne hält, vielleicht über ein potenzielles neues Kunstwerk für seine Sammlung sinnierend.

Das Bild wurde mit einem 70mm Objektiv aufgenommen – eine Wahl, die sowohl Nähe als auch einen gewissen Respekt für das persönliche Umfeld des Subjekts darstellt. Die Blendeneinstellung von f8 gibt der Szene die benötigte Schärfe, um Details hervorzuheben und zugleich genügend Umgebungsunschärfe zu bewahren, wodurch das Wesentliche – die Menschen und ihre Interaktionen mit der Kunst – herausgestellt wird. Stellt man sich auf die Straßen Havannas, atmet man die Geschichte, spürt man das alte Pflaster unter den Füßen, die Hitze, das sanfte Flair der Stadt – all dies versuchte ich in meinem Bild "Pinturas" zu bündeln.

Als Fotograf habe ich mich bemüht, die Essenz Havannas einzufangen. Es war nicht nur ein Druck auf den Auslöser, es war das Festhalten eines Moments im Ewigen, der flüchtig und doch ewig ist. Mit jedem Schuss durch das Objektiv beabsichtigte ich, die Vielschichtigkeit dieser kulturell reichen Stadt zu würdigen und die kleinen Interaktionen festzuhalten, die das Gewebe der Gemeinschaft hier ausmachen. Es ist mehr als nur ein Bild, es ist ein Fenster in das Herz Kubas.


Dieser Beitrag ist Teil der Fotoreihe Cuba von Dr. Alexander Motzek. Erkunde hier weitere Fotografien dieser Kollektion.

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